Psychosen

 Wenn die Grenzen zwischen Realität und eigener Wahrnehmung verschwimmen

Ärzte und Patient in der Sprechstunde beraten über eine Therapie

 

Unter einer Psychose zu leiden, bedeutet für einen Betroffenen, dass seine Realitätswahrnehmung zeitweise nicht deckungsgleich mit der Wahrnehmung anderer Menschen verläuft. Dabei ist der Betroffene allerdings absolut von der Wahrheit seiner empfundenen „Realität“ überzeugt und lässt sich von dieser auch nicht abbringen.

Auf die Betroffenen selbst wirkt dieser Zustand verständlicherweise extrem beängstigend und löst oft tiefe Verzweiflung aus. Sie ziehen sich daher zurück und flüchten unter Umständen in vermeintliche Entspannung mit Hilfe von Suchtmitteln wie Alkohol oder anderen Drogen. Leider führt gerade dieser Suchtmittelkonsum meist zu einer Verstärkung der bereits vorhandenen Symptome. Erkrankte weisen Hilfsangebote sehr oft und hartnäckig zurück, so dass eine adäquate Behandlung der Psychose häufig spät beginnt.


Die Symptome einer Psychose

Grob lassen sich die Hauptsymptome einer Psychose in vier verschiedene Kategorien unterteilen:
 

  • Positive Symptome
  • Negative Symptome
  • Kognitive Symptome
  • Ich-Störungen

Zu den positiven Symptomen zählen die Halluzinationen und die Wahnvorstellungen.

Bei den klassischen Halluzinationen nimmt der Betroffene über seine Sinnesreize (Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen) Dinge wahr, die nicht wirklich da sind. Hierunter fällt beispielweise das Hören von Stimmen. Bei einer Wahnvorstellung ist der psychotisch Erkrankte absolut überzeugt davon, dass Dinge wahr sind, die absolut nicht wahr sein können. Dazu gehören vor allem Verschwörungstheorien, Verfolgungswahn und zwanghafte religiöse Vorstellungen.


Übersicht der negativen Symptome

Unter die negativen Symptome fallen vor allem Antriebsarmut, sozialer Rückzug und Konzentrationsmangel. Betroffene verlieren allen Antrieb, igeln sich ein und ziehen sich von Freunden und Familie zurück, können sich aber auf wenige Dinge konzentrieren und fühlen sich oft stark isoliert.


Kognitive Symptome – Denkstörungen

Ein weiteres Symptom der Psychose sind Denkstörungen. Die Problematik keinen klaren Gedanken fassen zu können, weil man mittendrin vergisst, was man eigentlich sagen wollte, kennt sicher jeder in bestimmten Situationen. Bei psychotischen Patienten ist diese Störung jedoch unter Umständen massiv ausgeprägt. Gleichzeitig empfinden Betroffene das Denken an sich als sehr energie- und kräftezehrend.


Symptome der Ich-Störung

Zu den Symptomen der Ich-Störung gehören vor allem die Depersonalisation bzw. Derealisation, das heißt vor allem die eigene Person, aber auch andere Personen, Gegenstände oder die räumliche Umgebung wirken fremd, unwirklich und verändert. Ein zusätzliches Symptom ist die Vorstellung, dass die eigenen Gedanken von außen manipuliert, abgehört oder aufgezwängt werden können.


Schizophrene Psychosen

Mit ihren vielfältigen Erscheinungsbildern gehört die sogenannte schizophrene Psychose zu den endogenen Psychosen. Das heißt sie entsteht durch mannigfaltige Faktoren „von innen“ heraus ohne feststellbare körperliche Ursachen oder im Zusammenhang stehende Ereignisse.

Eines der vielen Vorurteile mit denen Betroffene sich auseinandersetzen müssen, ist der Irrglaube an die Spaltung Ihrer Persönlichkeit. Nur ein geringer Teil der Menschen, die unter einer Psychose leiden, werden als schizophren diagnostiziert – das Risiko zu erkranken, liegt bei ca. einem Prozent.

Häufiger gehen die Symptome einer schizophrenen Psychose auch mit anderen psychischen und körperlichen Krankheiten einher, wie z.B. der bipolaren Störung. Um eine klare Diagnose stellen zu können, müssen daher schizophrene Psychosen und bipolare affektive Störungen differenzialdiagnostisch getrennt werden.


Die Ursachen und Behandlung

Bei einer Psychose geht man von einer multifaktoriellen Entstehung aus, das heißt, dass verschiedene Faktoren (biologisch-genetischer Natur sowie psychosoziale Faktoren) zusammenspielen. Allgemeingeltende Ursachen die auf jeden betroffenen Menschen zutreffen, wurden bis heute jedoch nicht gefunden. Prinzipiell kann jeder Mensch eine Psychose entwickeln – einige Menschen sind für deren Entstehung allerdings aufgrund ihrer genetischen Veranlagung anfälliger als andere.

Ein häufig verwendetes Erklärungs- und Behandlungsmodell geht auf das Vulnerabilität-Stress-Modell zurück, welches die Anfälligkeit meint, auf Stressoren mit psychotischen Symptomen zu reagieren. Persönliche Risikofaktoren werden gemeinsam mit dem Therapeuten ermittelt und alternative Stressbewältigungsstrategien erlernt, um die langfristige Stabilität zu ermöglichen.


Behandlungsaussichten sind gut, wenn die Psychose erkannt wird

Wichtig ist ein frühzeitiges Erkennen der Psychose. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass es bei der Entwicklung psychotischen Verhaltens bereits bis zu fünf Jahre im Voraus Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen geben kann. Irrationale Ängste, starkes Misstrauen, sozialer Rückzug, aber auch depressive Verstimmungen, Aggressivität und Reizbarkeit, sowie das gesteigerte Interesse am Magischen können klassische Frühwarnzeichen einer Psychose sein. In jedem Fall sollte, wenn möglich, bereits bei den ersten Zweifeln ein entsprechender Facharzt konsultiert werden. Die vertrauensvolle therapeutische Beziehung bildet dabei das Fundament einer zielführenden Behandlung, wobei neben Antipsychotika auch kognitive Psychotherapien eingesetzt werden.

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