Psychische Gesundheit in der LGBTIQ*-Community

05. Januar 2021

Angehörige der LGBTIQ*-Community begegnen in ihrem Leben Herausforderungen, die ihre psychische Gesundheit bedrohen können. Glücklicherweise wachsen Bewusstsein, Aufklärung und Toleranz in der Gesellschaft seit Jahren. Als Kliniken für Psychotherapie und Psychosomatik ist es den LIMES Schlosskliniken ein Anliegen, in diesem Beitrag auf psychische Risikofaktoren, aber auch auf Chancen und Möglichkeiten in der LGBTIQ*-Community einzugehen. Definition LGBTIQ*:Das Kürzel LGBTIQ* steht für lesbisch, schwul (gay), bisexuell, transgeschlechtlich, intergeschlechtlich und queer. Das * schließt Menschen mit nicht aufgeführter sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ein.

Psychische Risikofaktoren in der LGBTIQ*-Community

LGBTIQ* sind häufig größeren psychischen Belastungen ausgesetzt als Menschen mit heterosexueller Orientierung und gleichbleibender Geschlechtsidentität. Dadurch ist ihr Risiko, an einer psychischen Krankheit, wie z.B. Depressionen, zu leiden, erhöht. Die Community bildet eine Minderheit, auch wenn ihr genauer Anteil in der Gesellschaft aufgrund einer hohen Dunkelziffer und der Vielschichtigkeit der Community nicht exakt erfasst werden kann. Mit Blick auf häufige psychische Herausforderungen für LGBTIQ* zeigt sich, dass allein die Zugehörigkeit zu einer Minorität bereits eine Belastung darstellt. Denn: Die Zugehörigkeit zu einer Minderheit erhöht das Risiko für Diskriminierungserfahrungen.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick zu den psychischen Risikofaktoren in der LGBTIQ*-Community. Dieser Überblick hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für tiefergehende Informationen zum Thema LGBTIQ* verweisen wir auf die Ministerien für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.

Diskriminierung

Diskriminierung beschreibt die ungerechtfertigte Ungleichbehandlung einer Person aufgrund bestimmter Merkmale, in diesem Fall die Zugehörigkeit zur LGBTIQ*- Community. Beispiele von Diskriminierungen der LGBTIQ*-Szene sind die Schlechterstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft, Nachteile im Gesundheitssystem, drohender Verlust von Familie und Freunde durch Coming-Out oder Benachteiligung am Arbeitsplatz.

Unsichtbare Diskriminierung

Auch wenn keine offenen Feindseligkeiten erlebt werden, haben viele Community-Mitglieder das Gefühl, dass sie ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität nicht ausleben können. Häufig spielt die Angst vor möglicher Zurückweisung eine Rolle. Das ständige Versteckspiel kann zu hohem psychischem Druck führen, da die Identität verschleiert werden muss. Diese Art der Diskriminierung findet oft unabsichtlich statt. Viele Menschen, die nicht der LGBTIQ*-Community angehören, sind sich ihrer Privilegien (noch) nicht bewusst und haben oft keine schlechte Absicht. Dennoch wirkt sich subtile Diskriminierung in der Masse stark auf das psychische Wohlbefinden aus.

Intersektionalität

Der etwas komplizierte Begriff Intersektionalität steht für das Zusammenwirken unterschiedlicher Benachteiligungen und Ausgrenzungen. Bei vielen LGBTIQ* kommen zu der (vermeintlich) von der Norm abweichenden sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität noch weitere Merkmale hinzu, welche Diskriminierungserfahrungen begünstigen. Als Beispiele sind Arbeitslosigkeit, Migrationserfahrung, Behinderung, chronische Krankheit, Hautfarbe oder Alter zu nennen.

Identitätsfindung und fehlende Rollenvorbilder

LGBTIQ* müssen ihren Platz in der Gesellschaft unter verschärften Bedingungen finden und für sich behaupten. Wer von der „Norm“ abweicht, fällt auf und macht sich angreifbar. Zudem fehlen in der Öffentlichkeit weiterhin Rollenvorbilder, selbst wenn Fernsehserien wie Ru Paul’s Drag Race oder Queer Eye und öffentliche Personen wie Jens Spahn, Anne Will oder Elliot Page zu mehr Aufklärung und Toleranz beitragen.

LGBTIQ*: Hilfe bei psychischen Belastungen

Die Zugehörigkeit zur LGBTIQ* – Community kann eine Rolle in der Entstehung psychischer Belastung spielen – muss sie aber nicht. Nichtdestotrotz ist es wichtig, sich über die erhöhten psychischen Belastungen bei LGBTIQ* im Klaren zu sein und sich im Falle drohender oder bestehender psychischer Krankheit professionelle Unterstützung zu suchen. Themen dieser Unterstützung können sein:

  • Identitätsfindung und Schutz der eigenen Identität
  • Selbstwert
  • Akzeptanz
  • Selbstfürsorge
  • Stressmanagement …

Die LIMES Schlosskliniken bieten hierfür einen geschützten und gleichzeitig offenen Raum. Gemäß unseres Behandlungsgrundsatz ist für uns von zentraler Bedeutung, Personen ganzheitlich und individuell zu betrachten.

Quellenangaben

(1) https://www.bdp-verband.de/

(2) Schandry, R. (2011). Biologische Psychologie. Beltz.

(3) https://www.bdp-verband.de/presse/pm/2020/100-tage-psychologische-unterstuetzung.html

(4) https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-i-das-trauma-1.5048465

(5) https://www.wz.de/panorama/corona-in-bergamo-dieses-trauma-wird-mich-ein-leben-lang-begleiten_aid-52492661

(6) https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/plus207789085/Psyche-und-Gesellschaft-Fuehrt-Corona-zu-einem-kollektiven-Trauma.html x

Friederike Reuver
Autor:in Friederike Reuver
"Das Bewusstsein für psychische Gesundheit ist erfreulicherweise enorm gestiegen. Die LIMES Schlosskliniken liefern zu diesem Thema nicht nur wertvolle Informationen sondern auch wirksame Behandlungskonzepte, die die psychische Gesundheit nachhaltig stärken."

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